Der Algorithmus der Intimität: 'Boyfriend on Demand' und die Kommodifizierung des menschlichen Herzens

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박수남
By Park Soo-nam Chefredakteur

Eine Analyse des ‚Endes der Liebe‘ in einer hyperkompetitiven Gesellschaft und das Aufkommen der risikofreien ‚Digisexualität‘.

Der Algorithmus der Intimität:
Der Algorithmus der Intimität: 'Boyfriend on Demand' und die Kommodifizierung des menschlichen Herzens [Magazine Kave=Park Su-nam]

Im Januar 2026 wurde die über Netflix weltweit gleichzeitig veröffentlichte Serie 〈Boyfriend on Demand (Boyfriend on Demand, Originaltitel: Monatsfreund)〉 sofort zum globalen Hit und bewies erneut die Stärke von K-Content. Die Begegnung der beiden großen Ikonen, Jisoo von BLACKPINK und dem Schauspieler Seo In-guk, hatte an sich eine enorme kommerzielle Sprengkraft, doch die Sichtweise der meisten Mainstream-Medien auf dieses Phänomen ist äußerst flach. Die Massenmedien konzentrieren sich auf 1-dimensionale Rezensionen wie 'Jisoos erfolgreiche schauspielerische Wandlung' oder 'die süße romantische Chemie der beiden Hauptdarsteller' und übersehen die kalten zeitgenössischen Anzeichen, die dieses Werk in sich trägt.  

Dieser Artikel beginnt mit der Hypothese, dass 〈Boyfriend on Demand〉 kein einfaches romantisches Komödie oder SF-Fantasy ist, sondern ein sozialer Dokumentarfilm, der die 'Paradoxie der Isolation' und die 'vollständige Kapitalisierung der Emotionen' beschreibt, mit denen die hypervernetzte Gesellschaft des 21. Jahrhunderts konfrontiert ist. Die Prämisse der Serie – eine Webtoon-Produzentin, die unter übermäßiger Arbeit und Burnout leidet, findet emotionalen Trost durch einen virtuellen Dating-Abonnementdienst – deutet darauf hin, dass moderne Menschen den komplexen und schmerzhaften Abstimmungsprozess mit anderen aufgeben und stattdessen ein 'Abonnement für Emotionen' als bequeme Schmerzmittel wählen.  

Wir wollen die bestehende Berichterstattung der heimischen Medien vollständig ausschließen und die Perspektiven ausländischer soziologischer Arbeiten, angeführt von Eva Illouz, sowie globaler Wirtschaftsberichte nutzen, um diese Serie zu analysieren. Dies dient dazu, grundlegende Fragen zu beantworten, wie die wirtschaftlichen Einschränkungen der koreanischen 'Sampo-Generation' ein groteskes Produkt wie 'sichere Liebe' hervorgebracht haben und warum die ganze Welt so begeistert auf diese koreanische Besonderheit reagiert. K-Dramen funktionieren mittlerweile über den Bereich der Unterhaltung hinaus als 'psychologische Infrastruktur', die die von Kapitalismus zerstörte Menschlichkeit tröstet oder betäubt.  

Die Protagonistin von 〈Boyfriend on Demand〉, Seo Mirae (gespielt von Jisoo), wird als fähige Webtoon-PD dargestellt, die jedoch keine Energie mehr hat, um eine reale Beziehung aufrechtzuerhalten. Das 'Monatsfreund'-Gerät, das sie zufällig in die Hände bekommt, bietet bedingungslose Akzeptanz und perfekte emotionale Optimierung, die reale Männer nicht geben können. Diese Prämisse zeigt, dass die Diskurse über die koreanische 'Sampo-Generation' (eine Generation, die auf Dating, Heirats- und Geburtenverzicht verzichtet) nicht mehr nur ein einfaches gesellschaftliches Phänomen sind, sondern sich zu einer riesigen Marktlogik verfestigt haben.

In der koreanischen Gesellschaft ist Dating nicht mehr der natürliche Ausdruck von Emotionen. Es ist eine 'Investition', die Zeit, Kapital und emotionale Energie erfordert, und wird gleichzeitig als 'hohes Risiko' betrachtet, das die Karriere und das Überleben des Einzelnen bedrohen kann. Zwischen 2024 und 2025 zeigte die Heiratsrate in Korea vorübergehend einen Anstieg, doch dies ist eher eine Illusion, die durch die Angst vor Einsamkeit und die Klassifizierung der Ehe erzeugt wurde, als eine qualitative Wiederherstellung der Beziehungen.

Der Anstieg der Eheschließungen beweist paradoxerweise die 'Klassifizierung der Ehe', bei der nur 'eine kleine Anzahl, die in eine stabile Bahn eingetreten ist', am Markt der Ehe teilnehmen kann. Für die wirtschaftlich schwachen unteren Schichten oder die junge Generation, die sich auf ihre Karriere konzentrieren muss, ist echte Romantik eine ineffiziente Handlung. Die virtuelle Romantik, die 〈Boyfriend on Demand〉 vorschlägt, ist genau an diesem Punkt, wo die 'Kosten' minimiert und die 'Zufriedenheit' durch Algorithmen maximiert wird, das Ergebnis wirtschaftlicher Rationalität.

Wie Byung-Chul Han in 『Die Müdigkeitsgesellschaft』 diagnostiziert hat, ist der moderne Mensch zu einem Subjekt geworden, das sich selbst ausbeutet. Der Burnout, den Seo Mirae erlebt, ist nicht das Ergebnis ihrer persönlichen Schwäche, sondern ein strukturelles Produkt der koreanischen Gesellschaft, die ein 24-Stunden-verbundenes digitales Arbeitsumfeld und ständige Selbstverbesserung fordert. In einem solchen Umfeld ist die Begegnung mit anderen an sich 'ermüdend'. Andere enttäuschen mich, rauben mir meine Zeit und stellen unvorhersehbare Anforderungen.

Daher ist der 'Monatsfreund'-Dienst keine einfache Romanze, sondern eine technische Lösung, die 'glatte Kommunikation' bietet, indem sie die Negativität des Anderen beseitigt. Die Hingabe, die die virtuellen Partner in der Serie zeigen, ist auf einem Niveau, das reale Menschen unmöglich nachahmen können, und dies weckt paradoxerweise das Bewusstsein der Zuschauer dafür, wie 'fehlerhaft' echte Beziehungen sind. Dies ist keine Evolution der Romantik, sondern lediglich eine Verpackung des Endes der Beziehungen unter dem Namen Romantik.

Die Soziologin Eva Illouz hat hartnäckig verfolgt, wie die Intimität der modernen Gesellschaft durch die kapitalistischen Marktlogiken umgestaltet wurde. Sie argumentiert in 『Kalte Intimitäten』 und 『Das Ende der Liebe』, dass moderne Menschen Beziehungen wie beim Einkaufen konsumieren und die Effizienz der Selbstzufriedenheit über die Authentizität der Beziehungen stellen.  

Laut Illouz fungieren Emotionen jetzt wie eine Währung. Das Abonnementsystem von 〈Boyfriend on Demand〉 zeigt die Kommodifizierung von Emotionen in ihrer extremsten Form. Nutzer zahlen jeden Monat einen festen Betrag, um emotionale Ressourcen wie 'Aufregung' und 'Trost' zu abonnieren. Dies bedeutet, dass Beziehungen vollständig vom Bereich des 'Schicksals' oder 'Zufalls' in den Bereich von 'Vertrag' und 'Dienstleistung' verschoben wurden.  

Ein bemerkenswerter Begriff hier ist die von Illouz erwähnte 'negative Sozialität' und 'negative Bindungen'. Dies bezieht sich auf lose und instrumentelle Beziehungen, die jederzeit gekündigt werden können und in denen man sich gegenseitig keine tiefen emotionalen Verpflichtungen auferlegt. Die Zufriedenheit, die die Protagonistin in der Beziehung zu ihrem virtuellen Partner empfindet, resultiert aus der 'Kündigungsfreiheit', die ihr ermöglicht, die Beziehung zu beenden, wann immer sie will.

Die Rolle des visuellen Ikons Jisoo von BLACKPINK in dem globalen Erfolg dieser Serie ist absolut. Illouz sieht die moderne Konsumgesellschaft in der Phase des 'scopischen Kapitalismus', in der visuelle Bilder Wert erhalten und damit Wünsche kontrolliert werden. Die perfekten Partner in der virtuellen Realität (VR) sind das Ergebnis einer extremen Projektion der ästhetischen Standards, die das Publikum bewundert.  

In der Serie kann Seo Mirae die Unannehmlichkeiten und Spannungen, die in ihrer Beziehung zu ihrem realen Rivalen Park Kyung-nam (gespielt von Seo In-guk) entstehen, nicht ertragen und flieht zu ihrem glatten und perfekten virtuellen Freund. Dies stimmt genau mit den Anzeichen überein, die Illouz als 'das Ende der Liebe' warnt. Der moderne Mensch versucht, nicht mit der einzigartigen Innerlichkeit des Anderen konfrontiert zu werden, sondern konsumiert nur die Illusion, die er selbst programmiert hat.

Die virtuelle Welt, die 〈Boyfriend on Demand〉 präsentiert, geht über das bloße Vergnügen hinaus und zeigt die Vorzeichen einer 'digitalen Sexualität', die versucht, die emotionalen und körperlichen Wünsche des Menschen vollständig durch Technologie zu ersetzen. Digitale Sexualität bezieht sich auf das Phänomen, bei dem durch Technologie primäre sexuelle/emotionale Identitäten gebildet werden, was die Paradigmen menschlicher Beziehungen im 21. Jahrhundert grundlegend umgestaltet.  

Während frühere Technologien als 'Werkzeuge' dienten, um Menschen miteinander zu verbinden, hat Technologie nun den Status eines 'Partners' erlangt. Der 'starke Dopaminrausch', den Seo Mirae erlebt, entsteht nicht durch Interaktionen mit Menschen, sondern weil das Gerät die Gehirnwellen und Herzfrequenzen des Nutzers analysiert und in Echtzeit die optimalen Reaktionen liefert. Dies ist das 'ingenieurtechnische Design' von Intimität.  

Byung-Chul Han definierte in 『Das Ende des Eros』 Eros als 'das Eintreten in die Welt des Anderen'. Doch in der digitalen Romantik gibt es keinen Anderen. Es existiert nur ein ausgeklügelter Algorithmus, der meine Wünsche widerspiegelt. In der Serie tritt Park Kyung-nam (gespielt von Seo In-guk) unhöflich und geheimnisvoll auf und macht Seo Mirae unbehaglich, doch paradoxerweise ist genau dieses 'Unbehagen' das einzige Zeichen, das beweist, dass er ein lebendiger Mensch ist.  

Doch der moderne Mensch, der an die Abonnementwirtschaft gewöhnt ist, will dieses Unbehagen nicht ertragen. Sie fragen sich: "Warum sollte ich Geld ausgeben und Unannehmlichkeiten ertragen?" 〈Boyfriend on Demand〉 ist die freundliche Antwort des Kapitalismus auf diese Frage. Diese Serie scheint Romantik zu zeigen, erklärt aber tatsächlich die Unmöglichkeit der Romantik.  

Der explosive Erfolg dieser Serie weltweit ist nicht nur auf das Erscheinen eines K-Pop-Stars zurückzuführen. Im Hintergrund steht die nach der Pandemie weltweit verstärkte 'Epidemie der Einsamkeit'. Das Phänomen der sozialen Isolation, das unter jungen Menschen in entwickelten Ländern wie den USA, Großbritannien und Japan häufig vorkommt, lässt die Prämisse von 〈Boyfriend on Demand〉 als 'dringliche Realität' und nicht als 'Fantasie' erscheinen.



Der U.S. Surgeon General hat 2023 Einsamkeit als nationale Gesundheitskrise eingestuft. Einsamkeit ist nicht nur ein emotionales Problem, sondern ein tödlicher Faktor, der die Inzidenz von Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Demenz erhöht und das Risiko eines vorzeitigen Todes um 26–32 % steigert.

Diese Zahlen deuten darauf hin, dass der virtuelle Dating-Service, den 〈Boyfriend on Demand〉 beschreibt, ein potenzieller Markt im Wert von Billionen Dollar weltweit hat. Globale Zuschauer identifizieren sich tief mit der emotionalen Erschöpfung, die Seo Mirae empfindet, und projizieren die 'sichere Trost', die sie gewählt hat, als ihre eigene Alternative.  

Ein entscheidender Faktor, der die Epidemie der Einsamkeit verschärft hat, ist das Verschwinden des 'dritten Ortes'. Physische Räume, in denen Menschen zufällig zusammentreffen und kommunizieren, wie Cafés, Plätze und Bibliotheken, wurden während der Pandemie geschlossen oder digital ersetzt. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2023 haben über 60 % der amerikanischen Erwachsenen ihre Aktivitäten im Freien im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie reduziert, was die Gelegenheiten für 'zufällige Begegnungen' grundlegend blockiert hat.  

Das, was diese räumliche Leere gefüllt hat, sind digitale Plattformen wie Netflix. Die Plattformen verführen uns mit der Botschaft: "Draußen ist es gefährlich und unbequem, also genieße die perfekte Welt, die wir drinnen bieten." 〈Boyfriend on Demand〉 zieht diese Logik der Plattform in die interne Struktur der Serie (virtuelle Dating-App) hinein, sodass die Zuschauer die Handlung der Protagonistin mit ihrem eigenen Handeln identifizieren. Dies heilt nicht die Einsamkeit, sondern ist ein hochentwickeltes Marketing, das Einsamkeit 'kommodifiziert' und aufrechterhält.

K-Dramen sind mittlerweile nicht nur ein einfaches Vergnügen, sondern fungieren als 'psychologische Infrastruktur', die den Geist der weltweit geschlagenen oder erschöpften Bevölkerung im neoliberalen Wettbewerb stützt.

〈Boyfriend on Demand〉 betäubt die Zuschauer auf zwei Ebenen. Erstens zeigt es den Prozess, in dem die Protagonistin Seo Mirae durch ihren virtuellen Partner geheilt wird, sodass die Zuschauer ebenfalls ihren emotionalen Hunger durch die 'virtuelle Romanze' der Serie stillen. Zweitens verwandelt es die strukturellen Probleme der Realität (Überarbeitung, Wohnunsicherheit, Klassenunterschiede) in romantische Illusionen und ersetzt sozialen Zorn durch emotionalen Trost.  

Hierbei wird die typische 'Cinderella-Narration' und 'Retter-Narration' des K-Dramas in die digitale Ära gekleidet. Der Retter von Seo Mirae ist nicht der Prinz auf dem weißen Pferd, sondern der hochentwickelte 'Dating-Algorithmus' und die 'bezahlbare Abonnementgebühr'. Dies vermittelt heimlich die Botschaft, dass Rettung in der kapitalistischen Gesellschaft nur durch 'Kauf' möglich ist.

Byung-Chul Han kritisiert in 『Die transparente Gesellschaft』 und 『Das Ende des Eros』 die Kultur des 'Likes'. In einer Gesellschaft, in der nur glatte Positivität ohne Konflikte und Negativität zirkuliert, hat der Mensch keine Chance mehr, zu reifen. Die globale Fangemeinde von 〈Boyfriend on Demand〉 zeigt diese Besessenheit für Positivität. Die Fans jubeln über Jisoos hübsches Aussehen und die süße Romanze, während sie die kalte Warnung ignorieren, die das Werk über die 'Künstlichkeit von Beziehungen' aussendet.  

Letztendlich ist K-Drama zu einem 'sanften Kontrollinstrument' geworden, das den psychischen Zustand der durch den Kapitalismus verursachten Panik verwaltet. Anstatt über die Ungerechtigkeiten und Einsamkeit der Realität wütend zu sein, schalten die Menschen die Netflix-App ein und 'abonnieren' Romantik, um für einen Moment den Schmerz zu vergessen. Dies ist kein wahrer Trost, sondern eher ein 'Opium der Emotionen', das verhindert, dass man die Ursachen des Schmerzes sieht.

Die Frage "Möchten Sie Romantik abonnieren?" ist die existenziellste Frage, die uns im Jahr 2026 gestellt wird. 〈Boyfriend on Demand〉 zeigt in faszinierenden Bildern, wie rational, sicher und süß es ist, auf diese Frage mit "Ja" zu antworten. Jisoos strahlendes Aussehen und Seo In-guks charmante Erzählung machen es schwer, diese Antwort abzulehnen.  

Doch zwischen den Zeilen dieser Serie müssen wir die Sehnsucht nach den Dingen lesen, die wir nicht 'abonnieren' können. Liebe ist ursprünglich der Mut, verletzt zu werden, und ein schmerzhafter Prozess, der die Unhöflichkeit und Unvollkommenheit des Anderen umarmt. Wie Eva Illouz warnt, wird der Moment, in dem wir unsere Emotionen dem Markt überlassen und die Risiken von Beziehungen durch Technologie beseitigen, der tiefste Teil unseres Inneren – das, was wir Menschlichkeit nennen – allmählich verdampfen.

K-Dramen sind der Spiegel, der an der Spitze der modernen Zivilisation steht. Die Zukunft, die 〈Boyfriend on Demand〉 widerspiegelt, ist vielleicht kein Paradies, in dem Technologie uns rettet, sondern eine stille Hölle, in der wir uns gegenseitig nicht mehr 'brauchen'. Wahre Romantik existiert nicht in der Abonnementliste. Sie existiert nur in dem flüchtigen Moment, in dem wir den Bildschirm ausschalten, den Blick des unangenehmen Anderen treffen und ein unvorhersehbares Gespräch beginnen.  

Wenn der Kapitalismus uns 'sichere Liebe' verkaufen will, sind wir dann bereit, 'unsichere Liebe' zu wählen? Der Erfolg von 〈Boyfriend on Demand〉 ist paradoxerweise der traurige Schrei der Menschheit, die die Kraft dieser Wahl verloren hat. Was wir im Jahr 2026 brauchen, ist nicht ein besserer Algorithmus, sondern der grobe Mut, die Wunden des anderen so zu akzeptieren, wie sie sind. Diese gewichtige Frage, die das K-Drama aufwirft, bleibt nun den Zuschauern überlassen. Möchten Sie Romantik abonnieren oder wieder Mensch werden?

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